Tipps

  1. Kratzbaum

  2. Transportkiste

  3. Futter- und Wassernapf

  4. Katzentoilette

  5. Kamm und Bürste

  6. Spielzeug

  7. Katzenfutter

  8. Impfungen/Entwurmungen

  9. Kastration

  10. Sonstiges

Augen auf beim Katzenkauf

Unreell oder blauäugig - das kommt sowohl bei Züchtern als auch bei den Käufern vor. Denn jeder Austausch (hier Geld, da "Ware") bedingt, dass beide Partner die Spielregeln beachten. Wenn wir heute in den Supermarkt gehen und an der Kasse unsere Euros hinblättern, gehen wir davon aus, dass die gewählte Ware einwandfrei ist. Trotzdem überprüfen wir das Ablaufdatum und gucken nach, welcher Salat die wenigsten faulen Blätter hat. Nicht viel anders sollten wir uns verhalten, wenn wir eine Katze kaufen oder verkaufen wollen. "Ich verstehe nichts davon und muss mich auf den Züchter verlassen" ist genauso denkfaul wie " ich kann in den Käufer nicht hineinschauen". 

Welche Rasse? Sollte ihre Entscheidung nur auf Katzenbücher beruhen, bedenken Sie, dass das Bildmaterial teilweise antik ist und die Charakterstudien teilweise sehr gewagt sind. Grenzen sie die Vielfalt durch einige simple Merkmale ein: Langhaar, Semilanghaar oder Kurzhaar. Wie viel Temperament darf's denn sein. Kurz gesagt: Die ruhigsten aber sicherlich nicht langweiligsten Katzen sind Perser und Exoten, danach die schon umtriebigeren Semilanghaarrassen, währen die Orientalen zügig  gegen dynamisch driften. Ein Kätzchen für Zucht und Show oder nur zum Liebhaben. Nach einem Liebhaberkätzchen (es darf auch kleine Fehler haben - selbstredend unsichtbare) zu fragen, in der Hoffnung an eine besonders kostengünstige Zuchtkatze zu gelangen, ist weder die feine englische Art, noch wird Sie diese ans Ziel bringen. Wenn Sie etwas Besonders suchen, dürfen Sie nicht nach Schnäppchen schielen, das ist ja wohl nicht neu?? Ein bisschen beweglich muss der Käufer schon sein. Ist das andere Ende der Stadt für Sie schon so weit entfernt wie der Mond, erscheint es auch nicht besonders sinnvoll, Züchter in anderen Städten oder gar Ländern zu kontaktieren.

Eine Ausstellung bietet ernsthaft Kaufwilligen natürlich die beste Möglichkeit zur Prüfung des "Angebotes". Diese sollte in erster Linie zur Kontakt- und Informationsaufnahme dienen. Es gibt aber tatsächlich Kaufinteressenten, die ihre Katze grundsätzlich nur von der Bühne herunter kaufen. Ob das Tier von einem guten Züchter kommt, gut aufgezogen oder gesund ist, das ist alles nebensächlich. Was von der Bühne kommt, muss einfach super sein, lautet das simple Motto. Und der Spitzenpreis bestätigt dies ja. Es ist ja in Ordnung wenn ein Züchter seine Jungtiere auf die Ausstellung mitnimmt. Das bedeutet aber nicht, dass er besonders seriös ist, wenn er diese von der Ausstellung weg, dem nächst Besten verkauft. Schließlich möchte ein guter Züchter wissen, wo seine Katzen landen. Es ist allemal ein risikoreiches Abenteuer, eine Katze aus dem Käfig heraus zu kaufen.

Gehen Sie zu verschiedenen Züchtern und erleben Sie die Rasse live. Jeder Züchter wird verstehen, dass Sie sich auch anderswo umsehen möchten, also tun Sie nicht so, als wäre er der einzige infrage kommende (das glaubt Ihnen sowieso keiner). Legen Sie Ihre Karten auf den Tisch, immerhin erwarten Sie das vom Züchter auch. Wechseln Sie aber bitte nicht die Türmatte wie beim Shopping. Sie können sehr wohl von einem Haushalt zum anderen Unerfreuliches mitschleppen. Aber woran erkennt man nun den seriösen Züchter? Daran, dass seine Liebhaberkitten achtfach geimpft und mit vier Monaten schon kastriert sind? Daran, dass wir in den nächsten fünf Jahren die Dominikanische Republik in den Wind schreiben können, weil wir sonst den Kaufpreis nicht aufbringen können? Oder an den Krokodilstränen der mütterlichen Züchterin beim Verkauf des Jungtieres? Weder eine mittlere Überschwemmung noch ein stattlicher Stapel Bares gibt eine zuverlässige Garantie. Lassen Sie Ihren gesunden Menschenverstand walten und achten Sie also auf folgendes:

Dürfen sich die Katzen frei in der Wohnung bewegen und haben sie Sozialkontakt zu Mensch und Tier. Oder dürfen Sie das Wohnzimmer nicht verlassen, in dem lediglich das in frage kommende Kitten oder die Mutter mit Wurf verloren herumsitzen. Machen Sie klar, dass Sie auch die anderen Katzen gerne sehen möchten - falls Ihnen dies verwehrt wird: Gehen Sie ohne Katze!

Fragen Sie nach dem Vaterkater und erweisen Sie ihm (falls vorhanden) Ihre Referenz. Hat er vollen Familienanschluss (Idealfall) oder vegetiert er gar in einem Verschlag oder im Keller dahin. Dabei können Sie sehen, welchen Stellenwert die Katzen im Haus wirklich haben. Lebensqualität für alle ist eines der Gütesiegel seriöser Züchter. Wie ist die Harmonie im Haus, wie gehen Züchter und Katzen miteinander um? Haben die Katzen Vertrauen zum Züchter und gehen freudig auf ihn zu oder sind alle scheu und lassen sich nicht anfassen? Selbstverständlich sollten sie auf den Pflege- und Gesundheitszustand aller Katzen im Hause achten. Lassen Sie sich die Impfpässe der Elterntiere zeigen. Man muss kein Tierarzt sein, um zu sehen, ob die Katzen jährlich geimpft wurden. Drei etwas tränenden Augen in einer fünfzehnköpfigen Gruppe sind kein Alarmzeichen, wenn sich allerdings die Hälfte zu Tode niest oder die verquollenen Lider nicht mehr aufbringt, würde ich mir dabei schon etwas denken.   

Ein guter Züchter wird Sie angemessen beraten und ihre Fragen beantworten. Er kann am ehesten abschätzen, welches seiner Jungtiere zu welchem Menschen passen würde und den Anforderungen (Kind, Hund, Mitkatzen) am ehesten entspricht. Falls Ihnen ein Züchter mehr als zwei Rassen züchtet oder das Haus vor lauter Katzen überquillt, würde ich mir den Kauf sehr genau überlegen. Jeder Mensch hat nur zwei Arme und normalerweise einen Job. Wie soll man sich dann intensiv um seine Tiere kümmern und ihnen den sozialen Kontakt zukommen lassen? Katzen brauchen Zeit! Kaufen Sie Ihre Rassekatze nur mit Impfpass und Original Stammbaum. Beides muss mit der Katze übergeben werden, außer Sie haben mit dem Züchter Ratenzahlung vereinbart. Finger weg von Katzen die jünger als 12 Wochen sind. Alle Jungtiere müssen zwei Mal gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft sein.

Sind Rassekatzen wirklich so teuer?

Es gibt immer noch Menschen, die der Ansicht sind, dass Züchter sich mit dem Verkauf ihrer Katzenkinder eine goldene Nase verdienen. Jeder, der ordentlich züchtet und jeder, der sich näher mit dem Thema Zucht beschäftigt weiß, wie teuer dieses Hobby ist. Eigentlich scheuen wir Züchter uns definitiv über Zahlen zu reden, weil wir unsere liebevoll aufgezogenen Jungtiere sowie Zuchtkatzen und Kastraten nicht nach einer Kosten-Nutzrechnung berechnen möchten. Katzenkäufer, die für eine Rassekatze 400 - 700 Euro zahlen müssen, rechnen diesen Betrag oftmals schnell auf einen durchschnittliche Wurfgröße von vier Jungtieren hoch und glauben, der Züchter hätte nun 2000 - 3000 Euro für den nächsten Urlaub, als Anzahlung für das neue Auto und Ähnliches auf dem Sparbuch.

Dies ist ein folgenschwerer Irrtum. Unter Geld verdienen ist zu verstehen, dass ein Züchter nach dem Verkauf seines Katzennachwuchses zu einem angemessenen, zugleich als Lebensversicherung für die Jungkatze gedachten Preis ein genügend großer Überschuss verbleibt, der geeignet ist, zum eigenen Lebensunterhalt beizutragen. Diese Rechnung geht aber nicht auf. Mit finanziellem Gewinn lässt sich Katzenzucht auf tierschützerisch - legalem Weg niemals realisieren. Als Argument gegen den oben genannten Kaufpreis hört man immer wieder, dass „Züchter" ihre Rassekätzchen ohne Papiere lediglich für 150 - 250 Euro anbieten und damit ihre Kosten gedeckt wären, dem müsste bei allen Züchtern so sein, schließlich hätten alle Jungtiere die gleichen Bedürfnisse. Falsch!

Die Papiere die ein Verband ausstellt, sind an gewisses Vorschriften und Regeln zum Schutz der Katze gebunden (Impfstatus der Elterntiere, Rassereinheit, Zuchttauglichkeit, Wurfabnahme, wie oft eine Kätzin belegt wird, Grundimmunisierung der Jungtiere, ect). Züchtet man ohne diese Ahnentafeln kann man die Vorschriften umgehen und nach Gutdünken unter Ersparnis einiger Kosten vor sich hinzüchten. Es versteht sich von selbst, dass Katzenkinder nur dann gut gedeihen, wenn sie dort aufwachsen, wo auch ihr Mensch lebt. Im günstigsten Fall bedeutet dies, dass sie sich so gut wie überall im Haus frei bewegen können und nicht separiert aufgezogen werden. Dass hierdurch die Wohnräume und Möbel belastet werden, weiß jeder zu berichten, der eine kleine Katze sein eigen nennt. Daher muss öfters mal renoviert oder ein neues Möbelstück gekauft werden wenn der Züchter Wert auf ein respektables Zuhause legt. Ebenso müssen öfters Kratzbäume durch die stärkere Beanspruchung ersetzt werden. Selbstverständlich ist es auch, dass die Katzen ganzjährlich tierärztlich betreut werden und auch spezielle Untersuchungen notwendig sind. Eine qualitativ hochwertige Nahrung, sowie Spezialfutter und Zusatzfuttermittel stellen die Grundlage für die Gesundheit der Tiere da.

Um zu wissen, ob aus dem Jungtier ein gutes Zuchttier wird, ist es notwendig Ausstellungen zu besuchen und die Zuchttauglichkeit durch Richter bestätigt zu bekommen. Die Veranstalter schreiben dazu eine gewisse Käfigausstattung vor. Mit eingerechnet werden müssen auch die Anfahrts- und Startkosten um sein Tier zumindest zuchttauglich bestätigen zu lassen. Kommen weitere Titel hinzu werden die Kosten natürlich noch höher. Die Kosten für einen Wurf errechnen sich aus den Startkosten (Kauf von Zuchttieren, Grundausstattung, etc), den laufenden (Impfungen, Untersuchungen, Trächtigkeit) und den Ausstellungskosten. Diese Kosten hatte der Züchter bisher alleine zu tragen ohne dass er bisher irgendwelche Einnahmen hatte. Ein guter Züchter wird immer bestrebt sein, seine Jungtiere optimal aufzuziehen und liebevoll auf den Menschen zu prägen. Natürlich sollte der zukünftige Käufer auf Herz und Nieren überprüft werden was Zeit und Nerven kostet. Schließlich möchte man ja nicht dem erst Besten sein Katzenkind in die Hände drücken. Nicht einrechnen lässt sich die Zeit, die ein guter Züchter seinen Jungtieren zukommen lässt, um sie zu verschmusten und wesenfesten Tieren werden zu lassen.

Ein „Züchter", der seine Katzen für 150 - 250 Euro anbietet,  muss seine laufenden Kosten senken um die Tiere so billig anbieten zu können. Das dies zum Nachteil der Katze geschieht und meist nicht mehr mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist, lässt sich leicht errechnen. Die Katzen wachsen unter miserablen Umständen auf, werden als Geburtsmaschinen vermarktet und wenn sie sich nicht mehr rentieren einfach entsorgt. Meist werden die Jungtiere viel zu früh von der Mutter getrennt und ohne Papiere und Impfungen an ahnungslose Menschen verkauft. Was sich dabei an Kosten einsparen lässt ist erheblich. Welche Folgekosten, Ängste und Sorgen oftmals auf Katzenfreunde, die bei Vermehren billig eine Rassekatze erstanden haben, zukommen, ist ihnen meist nicht bewusst. Die Leidtragenden sind immer letztendlich die armen Katzen, die nicht entsprechend sozialisiert und krank ins Tierheim abgeschoben oder eingeschläfert werden müssen. Meist müssen die Tiere erst behandelt, geimpft und entwurmt werden. Die Folgekosten sind enorm und sind effektiv meist höher als ein beim Züchter gekauftes, gesundes und sozialisiertes Tier.

Grundausstattung was braucht eine Katze wirklich?

1. Kratzbaum:

Das Schärfen der Krallen ist Katzen angeboren. Reine Hauskatzen benötigen somit einen Kratzbaum um diesem angeborenem Verhalten nachkommen zu können. Steht dieser nicht zur Verfügung, müssen Sie mit einer Neugestaltung Ihrer Wohnung in Bezug auf Möbel, Tapetendekoration und Pflanzen rechnen. Ein geeigneter Kratzbaum hat eine lange Sisalsäule und zwei bis drei Sitz- und Liegeflächen. Extras wie Hängematten oder Taue sind nicht von Bedeutung, wichtiger ist die Qualität der Sisalsäulen und ihr Durchmesser. Ungeeignet sind Sisalsäulen von weniger als 8 cm Durchmesser. Diese sind zu instabil und meist von schlechter Qualität, entsprechend kurz hat man daran Freude. Bäume mit 12 cm Durchmesser sind ideal und auch extrem stabil. Ein Kratzbaum ist eine Anschaffung, die zu Beginn recht viel Geld kostet, dann aber eine lange Lebensdauer besitzt. Die zweckmäßige Grundausführung kostet zwischen 100 und 300 Euro. Diese Kratzbäume halten jedoch ein ganzes Katzenleben lang ohne unansehnlich zu wirken und sind äußerst standfest.

2. Transportkiste:

Der Transportkorb wird immer wieder benötigt, sei es zur Fahrt zum Tierarzt oder zu Ausstellungen. Am praktischsten sind Transportkörbe aus Plastik mit Schnellverschlüssen. Diese können bei Bedarf ausgewaschen und desinfiziert werden, sind robust gegen Beschädigung und die Katze kann sich darin nicht festkrallen. Der Transportkorb sollte entsprechend der späteren Größe der Samtpfote angepasst sein, also der Endgröße der Rasse und dem Geschlecht entsprechen. Mit einer Decke ausgestattet sollte sie schon der jungen Katze als Schlafplatz zur Verfügung stehen. Sie werden sehen, er wird gerne genutzt und von der Katze nicht nur mit Negativem wie Tierarzt in Verbindung gebracht.

3. Futter- und Wassernapf:

Zweckmäßig sind zwei einzelne schwere Näpfe aus Edelstahl oder Keramik (sehr schön sind auch Blumenübertöpfe in verschiedenen Größen und Farben). Doppelschalen sind unpraktisch, wird das Wasser erneuert muss man das Futter auch mit ausleeren. Als Unterlage ist ein Plastikset nützlich. Frisches Wasser, keine Milch, muss ständig bereitstehen und regelmäßig erneuert werden. Milch kann von erwachsenen Tieren nicht verdaut werden und führt häufig zu Durchfall, also Finger weg! Eine regelmäßige tägliche Reinigung der Näpfe sollte selbstverständlich sein.

4. Katzentoilette:       

Am idealsten sind geschlossene Katzenklos mit Deckel und Aktivkohlefilter. Diese riechen so gut wie nicht und das Katzenstreu bleibt beim Scharren wo es hingehört, im Katzenklo. Es sollte in einem der Katze stets zugänglichen, ruhigen Raum stehen und seinen festen Platz haben. Wichtig ist das richtige Einstreu. Klumpstreu sind hygienisch, sparsam und langfristig billiger als normale Katzenstreu. Nach der Reinigung und Desinfektion der Katzentoilette füllen Sie das Katzenstreu ca. 10 cm hoch ein. Ein bis zwei Mal täglich wird mit einem Plastikschäufelchen Kot und verklumptes Streu herausgeholt. Füllen Sie kein Streu nach, lassen Sie es sich reduzieren. Nach ein bis zwei Wochen befindet sich nur noch ein kleiner Rest im Klo, dieser wird dann komplett entsorgt und sie können die Toilette erneut reinigen. Dieses sparsame Verfahren funktioniert nur mit Klumpstreu und dabei nur mit wenigen Sorten. Noch sparsamer aber nicht überall erhältlich ist ein aus Amerika stammendes, sehr feines und super klumpendes Katzenstreu mit Babypuderduft. Hierbei müssen Sie wirklich kein Klümpchen unbenutztes Streu wegwerfen, dadurch reduziert sich zusätzlich noch der Streubedarf und unangenehme Gerüche entstehen nicht.

5. Kamm und Bürste:

Für das lange Fell der Perserkatze und das extrem dichte der Exotic Shorthair hat sich am Besten die Kombination eines Metallstriegels und eines Stahlkamms bewährt. Zuerst wird mit dem Metallstriegel das Fell gebürstet. Hierbei bleiben die abgestorbenen Haare in den feinen Metallzinken hängen. Danach wird das Fell nochmals mit dem Stahlkamm durchgekämmt (Sommer: feine Zinken, Winter: mittelfeine Zinken). Für das dichte Fell der Exotic hat sich gerade im Fellwechsel ein Gumminoppenstriegel sehr bewährt. Besondere Beachtung verdienen die Bauchunterseite, der Bereich zwischen den Hinterläufen und den Vorderbeinen sowie die feine Haare an der Ohrunterseite. Diese Stellen verfilzen am schnellsten wird hier nicht sorgfältig und regelmäßig gekämmt. Gerade das lange Fell der Perserkatze benötigt tägliche Pflege, nur so haben Sie und Ihr Tier Spaß am Kämmen und Bürsten. Pro Perser und Tag benötigen Sie bei regelmäßiger Pflege ca. 5 Minuten, ist man jedoch nachlässig dehnt sich die Prozedur bis zu einer halben Stunde aus und ist weder für Tier noch Mensch eine schöne Sache. Am einfachsten geht die Fellpflege auf einen ca 140-150 cm hohen Tisch oder Kratzbaum. Erziehen Sie auch die kleine Katze schon so, dass sie das Tierchen auf den Pflegeplatz hoch- und auch wieder heruntersetzen. Nach dem Kämmen lassen sie Ihrem Vierbeiner das wohlverdiente Leckerchen zukommen, so ist und bleibt das Kämmen für die Katze ein positives Erlebnis.

6. Spielzeug:

Sehr beliebt sind Spielzeugmäuse aus Fell und Bälle. Aber auch Schnüre und Korken sind begehrte Objekte. Wichtig hierbei ist nur, dass die Katze es nicht verschlucken oder Teile davon abbeißen kann. Dies führt zu Verstopfungen oder schlimmer noch zu Darmdurchbohrungen (Notfall).

7. Katzenfutter:

Katzen benötigen eine ihren Bedürfnissen angepasste Nahrung mit einem hohen Eiweißanteil. Hundefutter ist wie der Name schon sagt nur Hunden vorbehalten, da es eine andere Zusammensetzung aufweist als Katzenfutter. Auch menschliche Nahrung ist nicht geeignet. Hier sollte der Mensch seinen Verstand walten lassen zum Wohle der Samtpfote. Die beste Grundlage stellt ein qualitativ hochwertiges Trockenfutter da. Um alle Missverständnisse gleich auszuräumen: damit sind nicht die Futtermittel aus der TV-Werbung gemeint, sosehr uns dies die Werbung auch Glauben machen möge. Diese Billigfuttermittel bestehen aus Schlachthofabfällen von Schwein und Rind (Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse), Weizenmehl (Getreide und Getreidenebenprodukte) und enthalten meist Zucker oder Karamell als Lockstoffe. Würden Sie sich oder Ihr Kind mit den Sparmenüs von Mc Donalds oder Burger King aufziehen und ernähren wollen? Wohl kaum! Warum muten Sie es dann Ihrer Katze zu??? Alle meine Jungtiere als auch Stammtiere werden mit Qualitätsnahrung gefüttert. Diese enthält als Proteinträger Geflügel, Fisch oder Lamm, als Kohlenhydratträger Reis oder Mais und als Fettträger Geflügelfett sowie alle Mineralien und Vitamine in ausreichender Menge. Wirken diese Futtermittel auf den ersten Blick auch erschreckend teuer, relativiert sich dies durch die Menge und hohe Verdaulichkeit der Nahrung. Kurzes Rechenbeispiel:

1 kg hochwertiges Trockenfutter kostet ca. 6 - 7 Euro. Davon benötigt eine Katze ca. 50 g Futter.

1 kg Billigfutter kostet 3 - 4 Euro. Davon benötigt die gleiche Katze jedoch ca. 100 g Futter.

Sie verbrauchen im gleichen Zeitraum 2 kg Billigfutter zum Preis von 2 x 3 - 4 Euro, entsprechend 6 - 8 Euro. Schon ist das erst so teuer wirkende Futter nicht mehr viel teurer, aber dafür qualitativ um Welten besser. Nächstes Vorurteil: Eine Katze benötigt täglich Dosenfutter:-falsch! Erstens wird sie viel zu verwöhnt und frisst irgendwann nur noch aus der Dose. Zweitens fördert Dosenfutter die Bildung von Zahnstein und drittens ist es die teuerste Art einer Katze Wasser zuzuführen (Dosenfutter besteht zwischen 70-80 % aus Wasser!). Füttern Sie lieber 1 Dose pro Woche. Dies ist völlig ausreichend und zweckmäßig. Auch hier gilt das Gleiche wie für Trockenfutter: Qualität nicht Quantität. Kurzes Rechenbeispiel:

1 Katze benötigt pro Tag 170 g hochwertiges Dosenfutter. Kostenpunkt: 0,75 Euro.

1 Katze benötigt pro Tag 400 g billiges Dosenfutter. Kostenpunkt: 0,75 Euro.

Allein daran können Sie sehen, wie hochwertig und hochverdaulich ein Qualitätsfutter im Gegensatz zu Billigfutter ist. Hin und wieder erhalten meine Katzen kleingeschnittene Geflügelherzen, Thunfisch in Wasser oder rohe Geflügelmägen. Dies hilft gut gegen Zahnstein da die Herrschaften tüchtig daran kauen müssen. Katzenleckerle gibt es nur beim Kämmen oder Baden. Nicht übertreiben sonst ist es keine Belohnung mehr.

8. Impfungen/Entwurmungen:

Ihre Katze wird von Züchter gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft gemäß den Vorschriften des Verbandes. Mehr sollte man einer jungen Katzen beim ersten Impfen nicht zumuten, da dies zu Impfdurchbrüchen führen kann. Eine Tollwutimpfung ist nur für Zucht- und Ausstellungstiere notwendig. Ein Liebhabertier, welches ausschließlich im Haus oder gesicherten Auslauf, bzw. Balkon ist, benötigt keine Impfung gegen Tollwut. Diese ist nur bei Reisen ins Ausland oder für Ausstellungen Vorschrift. Hierbei benötigt die Katze auch den Eintrag in das europäische Gesundheitszeugnis. Dafür muss sie auch mittels eines Chips eindeutig gekennzeichnet sein. Ansonsten wird die Katze ein Mal pro Jahr geimpft und mindestens zwei Mal pro Jahr entwurmt. Mittlerweile gibt es auch Tollwutimpfungen, die drei Jahre gültig sind.

9. Kastration:

Zur Erklärung: sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren heißt die Entfernung der Keimdrüsen Kastration. Hierbei werden den Katern die Keimdrüsen der Hoden und den Kätzinnen die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt. Nur so können Sie sicher stellen, dass der Kater nicht mehr zeugungsfähig ist und unangenehm riecht. Bei Kätzinnen kommt es zu keinem Nachwuchs mehr und die Rolligkeit wird unterbunden. Haben Sie ein Geschwisterpäarchen müssen Sie bedenken, dass zu Beginn der Geschlechtsreife für den Kater auch die eigene Schwester interessant wird, und das wäre fatal. Geben Sie der Kätzin ab ca. 8 Monaten die Pille für die Katze. Diese erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt. Prinzipiell können Kätzinnen nach der ersten Rolligkeit (zwischen 8-12 Monaten) kastriert werden. Nach der ersten Rolligkeit warten Sie noch ca. 2 Wochen ab, danach können Sie einen Termin vereinbaren. Kater können zwar schon mit 6 Monaten kastriert werden, jedoch rate ich davon ab. Werden Kater zu früh kastriert, sehen sie aus wie eine weibliche Katze. Die typischen Katerbacken entwickeln sich zwischen 9 und 12 Monaten. Zu diesem Zeitpunkt riecht man das Erwachsen werden seines Katers im Katzenklo: es riecht nach Ammoniak. Jetzt sollten Sie Ihren Kater zur Kastration anmelden. Viele Menschen sind der Meinung, dass kastrierte Tiere zur Fettleibigkeit neigen. Dies ist nicht richtig. Ein kastriertes Tier ist nur ruhiger als ein potentes Tier. Frisst es nun weiterhin die gewohnte Menge bei weniger Bewegung ist die Gewichtszunahme vorprogrammiert. Also, weniger Futter oder ein Futter wählen mit geringerem Fettanteil.

10. Sonstiges:

Kontrollieren Sie regelmäßig die Länge der Krallen, den Zustand der Zähne und die Ohren der Katze. Weisen die Zähne einen dunklen, harten Belag auf muss dies durch Ultraschall vom Tierarzt unter Narkose entfernt werden. Wird dies versäumt führt dies zu Zahnausfall und Zahnfleischbluten. Es ist ratsam, beim Säubern der Toilette auf Veränderungen des Kotes oder Blutbeimischungen im Urin zu achten. Diese Tiere müssen unverzüglich einem Tierarzt vorgestellt werden. Durch den hohen Fleischanteil der Nahrung und die geringe Wasseraufnahme sind die Nieren der Katzen stark belastet. Dies kann im Alter zu Nierenerkrankungen und Nierenversagen führen. Jede 3. Katze stirbt an dieser Krankheitsursache!!!

Zwei Katzen - Doppeltes Glück

Für eine Wohnungskatze, die täglich alleine ist, ein Gefährte die beste Option gegen Langeweile und für mehr Lebensqualität. Oder würde es Ihnen gefallen, stundenlang alleine in den eigenen vier Wänden zu sitzen und darauf zu warten, dass jemand kommt uns sich mit Ihnen abgibt. Kein Telefon, kein Internet, keine Bücher um sich zu unterhalten. Und abends kommt dann Ihre Bezugsperson und verschwindet nach einem kurzen Streicheln wieder ins Fitnessstudio, ins Kino, ins Restaurant, zu einem Kurztrip oder in den Urlaub. Und so verläuft der Tagesablauf über 12 bis 15 Jahren oder noch länger. Dies einem so intelligenten Lebewesen zuzumuten ist grausam, denn die Tiere verkümmern.

Eine Freilandkatze kann draußen Kontakte knüpfen, sich mit Artgenossen auseinandersetzen und sie ist beschäftigt mit den katzentypischen Angelegenheiten - Jagen, Verteidigen, Flirten. Eine reine Wohnungskatze hat diese Optionen nicht und ist, wenn ihr Mensch berufstätig ist, viel alleine. Diese Situation ist alles andere als ideal. Vor allem können aber die wenigsten Menschen dauernd zu Hause sein und sich in dieser Zeit wirklich nur mit der Katze beschäftigen - mit Jagd- oder mit Intelligenzspielen, die sie fordern und fördern.

Weil Katzen alleine jagen und vermutlich auch weil sie so selbstständig und eigensinnig wirken, gelten sie als Einzelgänger. Das ist aber bei vielen Miezen eine Fehleinschätzung, denn sie sind geselliger als wir denken. An halbwild lebenden Katzenkolonien sind erstaunliche Verhaltensweisen beobachtet worden, die sehr wohl auf soziale Strukturen innerhalb der Gruppe hinweisen. Es gibt gerade unter Kätzinnen regelrechte Freundschaften und eine Art Arbeitsteilung unter Frauen, denn die Tiere unterstützen sich regelrecht bei der Aufzucht der Babys. Jeder Katzenbesitzer, der mehr als eine Katze hält wird bestätigen: viele Katzenbeziehungen sind äußerst innig, gegenseitiges Putzen, gemeinsames Kuscheln und ein geteilter Schlafplatz sind keine Seltenheit. Die Erfahrung zeigt, dass Katzen keineswegs auf ihr Einzelgängerdasein beharren und als Hauskatzen de Gesellschaft eines Artgenossen schätzen.

Daher sollte sich der Zweibeiner, der sich mit dem Gedanken trägt, sich eine Katze zuzulegen, sehr genau Gedanken darüber machen. Bin ich Single und berufstätig, dann sind zwei Tiere die besser Wahl. Oder handelt es sich um eine Familie, in der immer jemand daheim ist und sich mit der Katze abgibt, dann leidet auch keine Einzelkatze.

Besonders einfach ist die Vergesellschaftung, wenn beide Partner sich von klein auf kennen. Bei Wurfgeschwistern beispielsweise, denen so der Übergang vom geborgenen Nest mit Mama und den Wurfgeschwistern enorm erleichtert wird. Diese Kombination bietet sich natürlich nur an, wenn Sie sich von Anfang an für zwei Katzen entscheiden. Suchen sie dagegen für eine erwachsene Einzelkatze den geeigneten Partner, ist die Sache etwas schwieriger. Es hilft bereits, wenn der neue Partner bereits an andere Katzen gewöhnt und von klein auf gut sozialisiert ist.. Auch wen die Lebensumstände zusammenpassen, ist das hilfreich. Eine Wohnungskatze, die gut sozialisiert ist, passt bestimmt besser zu einem anderen Stubentiger, als eine wilde Freilaufkatze, die sich bisher als Einzelkämpfer durchs Leben geschlagen hat.

Eine Paarung aus zwei erwachsenen kastrierten Kätzinnen ist schwieriger als aus zwei erwachsenen kastrierten Katern. Diese verstehen sich untereinander meist sehr gut oder auch mit einer Kastratin. Die Eingewöhnungszeit fällt oft leichter, wenn die Zweitkatze ein Jungtier ist, das gewissermaßen unter Welpenschutz steht. Jedoch sollten sie einer sehr alten, schwachen oder kranken Katze kein quirliges Jungtier zumuten. Das bedeutet unnötigen und großen Stress. Es gibt auch vereinzelt Katzen, die keine Vergesellschaftung mögen, und tatsächlich als Einzelkatze gehalten werden sollten.